Klinik-Größe allein ist nicht ausschlaggebend für die Versorgungsqualität

Für den Klinikverbund Hessen e. V. ist die abgestimmte Versorgung in geeigneten Strukturen wesentlich

 

 |  Wetzlar

Die Bertelsmann-Stiftung hat mit einer Studie zur Krankenhausstruktur eine breite Diskussion über eine drastische Reduzierung von Krankenhäusern ausgelöst. Aus Sicht des Klinikverbunds Hessen e. V. ist diese Schlussfolgerung so nicht zu verallgemeinern und wird der Versorgungsrealität nicht gerecht. „Wenn die Studie für eine Versorgungsregion in Nordrhein-Westfalen zu dem Schluss kommt, dass deutlich weniger Krankenhäuser für eine Versorgung ausreichend wären, dann ist das nicht zwingend auf die gesamte Bundesrepublik zu verallgemeinern; in Hessen beispielsweise sind wir hinsichtlich der Krankenhausstrukturen schon viel weiter“, ist Clemens Maurer, Vorstandsvorsitzender des Klinikverbunds Hessen überzeugt. Zudem käme es hinsichtlich der Versorgungsqualität nicht allein auf die Größe eines Krankenhauses an, sondern vielmehr auf eine abgestimmte Versorgung, die beispielsweise in einem Verbund ebenfalls effektiv organisiert werden können.

Außerdem seien die Rahmenbedingungen differenziert zu betrachten. „Ballungsräume, wo gegebenenfalls viele Krankenhäuser in relativer Nähe zur Verfügung stehen, müssen bei der Frage, ob alle Kliniken notwendig seien, sicherlich anders betrachtet werden, als ländliche Regionen“, meint Achim Neyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Klinikverbunds Hessen. Zudem sei es wie zwischen ambulanter und stationärer Versorgung auch innerhalb der stationären Versorgung sinnvoll, die Patienten in den jeweils ausreichenden und geeigneten Strukturen zu behandeln Nicht jeder Blinddarmpatient müsse in einer Uniklinik operiert werden. In Hessen werde über das Rettungsdienstsystem IVENA bereits heute das für die Versorgung eines Patienten jeweils geeignete Krankenhaus angefahren.

Eine wesentliche Voraussetzung innerhalb der Studie sei, dass mehr Krankenhausbehandlungen ambulant stattfinden könnten und dadurch stationäre Kapazitäten eingespart würden. „Dafür muss es natürlich auch die entsprechenden ambulanten Strukturen geben, die stationsersetzende Behandlungen anbieten können“, erklärt Reinhard Schaffert, Geschäftsführer des Klinikverbundes. Dies sei jedoch gerade in ländlichen Regionen nicht unbedingt gegeben. Sicherlich müsse man über die Struktur der Gesundheitsversorgung diskutieren und dabei auch Krankenhausstandorte einbeziehen, aber zum einen sei dies eine Aufgabe innerhalb der Länder unter Beteiligung der Kommunen und zum anderen dürfe dabei die Sachlichkeit nicht auf der Strecke bleiben. „Dass die Hälfte der Krankenhäuser ausreichen würde, ist zwar eine gute Schlagzeile, hat aber nichts mit der Versorgungsrealität zu tun“, meint Schaffert.

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