Symbolfoto (copyright Vitos GI/MR)

Post-Covid-Syndrom: Hilfe bei chronischer Erschöpfung

Vitos Klinikum Gießen-Marburg bietet Therapie bei Langzeitbeschwerden nach Coronainfektion

 |  Gießen/Marburg

Gießen-Marburg, 02. August 2021. Von Covid-19 genesen zu sein, heißt: Die akute Infektion ist überstanden. Doch viele Patientinnen und Patienten kämpfen noch monatelang mit Folgebeschwerden, die sich auch auf die Psyche auswirken – etwa chronische Müdigkeit, Muskelschwäche oder Konzentrations- und Schlafstörungen. Eine auf Körper und Psyche gleichermaßen fokussierte Therapie am Vitos Klinikum Gießen-Marburg kann hier helfen.

Das sogenannte Post-Covid-Syndrom (auch: Long Covid) hat sehr unterschiedliche Symptome: Neben den bereits genannten gehören auch Atembeschwerden bei kleinster Belastung, Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie diffuse Schmerzen oder Juckreiz dazu. Die chronische Müdigkeit (medizinisch: chronische Fatigue) ist indes eine häufige Nachwirkung. Nicht selten kann sich sogar eine schwerwiegende Despression entwickeln.

Das Auftauchen einer Fatigue nach Infektionskrankheiten ist laut Prof. Dr. Uwe Gieler, Klinikdirektor der Vitos Klinik für Psychosomatik Gießen, nichts Neues. „Man weiß aus der Geschichte, dass bereits bei der Spanischen Grippe 1918 im Nachgang viele Menschen an chronischer Müdigkeit und Erschöpfung litten. Auch bei den SARS-Infektionen 2013 und dem Pfeifferschen Drüsenfieber tauchten diese Symptome über viele Monate nach den Infektionen auf.“

Depressionsähnliche Symptome

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Entzündungsreaktionen durch einen Mitbefall des Gehirns in der Lage sind, eine chronische Fatigue und damit depressionsähnliche Symptome auszulösen. Das heißt: Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, gedrückte Stimmung.

Auch andere Nachwirkungen einer Covid-19-Infektion wirken sich auf die psychische Verfassung aus. So können etwa Muskel-, Brustschmerzen und Atemprobleme zu Ängsten führen oder Geschmacksstörungen zu einer Beeinträchtigung des Essverhaltens. Damit einher geht häufig die Sorge, dass die Symptome für immer bleiben. „Manche Menschen werden durch die Erkrankung aus ihrem alltäglichen Leben herausgeworfen, obwohl sie vorher sehr gut funktioniert haben“, sagt Prof. Gieler. Das Post-Covid-Syndrom sei eine komplexe Störung, die eine klare körperliche Ursache hat, sich aber stark auf die Psyche auswirken kann.

Doch es gibt Auswege: „Viele Betroffene wissen nicht, dass es gute Konzepte zur Behandlung gibt und quälen sich durch ihre Situation“, so der Klinikdirektor weiter. Hier können die Vitos Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen und Marburg beispielsweise durch spezialisierte Behandlungsmethoden Krankheitsbilder wie Depressionen therapieren. Ebenso eignet sich das multimodale Konzept der Vitos Klinik für Psychosomatik Gießen für eine Behandlung. Es umfasst Gespräche in Gruppen und Einzeltherapien, ergänzt durch Bewegungstherapie, Ergo-, Musik- und Hippotherapie (tiergestützte Therapie). Das Ganze wird kombiniert mit einer körperlichen Diagnostik und der medikamentösen Ergänzung bei auffälligen Laborparametern. An der Klinik hat sich nun ein Schwerpunkt zur Behandlung von Long Covid herauskristallisiert.

Spezielle Herangehensweise ist nötig

Die ersten Betroffenen haben bei Vitos in Gießen bereits eine Therapie durchlaufen – mit guten Erfolgen. „Das Post-Covid-Syndrom ist keine normale Erschöpfung und auch keine reine Depression, da der gesamte Mensch und seine psychische Stabilität in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagt Prof. Gieler. Besonders die Fatigue erfordere eine spezielle Herangehensweise, bei der körperliche wie psychische Aspekte gleichermaßen erfasst werden. Dafür sei die Psychosomatik prädestiniert.

Steht bei Patienten die depressive Symptomatik hingegen deutlich im Vordergrund, sind die psychiatrischen Teams an den Vitos Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie gefragt. In Gießen wie Marburg gibt es Stationen, die auf die Behandlung von depressiven Störungen mit individuell zugeschnittenen Therapiebausteinen spezialisiert sind.

Prof. Gieler appelliert: „Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen!“ Betroffene können sich zum Beispiel an die psychosomatische Ambulanz oder die psychiatrische Ambulanz der Vitos Klinik in Gießen wenden. Hier erfolgt eine erste Abklärung der Symptome sowie eine Beratung über geeignete Therapiemöglichkeiten.

Kontakt:

Vitos psychosomatische Ambulanz Gießen

Licher Straße 106

35394 Gießen

Tel.: 0641 – 403 378

www.vitos.de/kps-giessen

Bei ausgeprägten depressiven Symptomen:

Aufnahmemanagement der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Gießen

Tle. 0641 – 403 500

www.vitos.de/kpp-giessen

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