Begriffsklärung
Qualitätssicherungsverfahren im Krankenhaus beziehen sich üblicherweise auf folgende Bereiche:
- Strukturqualität = Medizinische Behandlungsschwerpunkte, medizin-technische Ausstattung, Personalstrukturen
- Prozessqualität = Medizinische, pflegerische und sonstige Leistungsprozesse
- Ergebnisqualität = Medizinische Ergebnisqualität (z.B. Rezidiveingriffe, Infektionsraten, Mortalitätsraten), pflegerische Ergebnisqualität (z.B. Dekubitusraten), Ergebnisqualität der Servicebereiche (z.B. Qualität des Essens)
Nachfolgend werden wesentliche und öffentlich verfügbare Informationen, Qualität im Krankenhaus transparent zu machen und zu bewerten, erläutert:
- Qualitätsberichte: Jede Klinik muss regelmäßig auf der Grundlage gesetzlicher Vorgaben einen standardisierten Bericht erarbeiten und öffentlich zugänglich machen. Aktuell gibt es in Deutschland für jede Klinik einen Qualitätsbericht mit den klinikindividuellen Daten aus dem Jahr 2008, die seit Ende 2009 öffentlich verfügbar sind. Weitere Informationen
- Patientenbefragungen: In Deutschland gibt es keine einheitliche Methodik der Befragung von Patientinnen und Patienten zur Zufriedenheit bei einem Klinikaufenthalt. Krankenhäuser und auch Krankenkassen verwenden für Patientenbefragungen unterschiedliche Methoden und Verfahren. Patientenbefragungen sind ein wertvolles Instrument für jede einzelne Klinik, sich bewerten zu lassen und die Erkenntnisse zu nutzen, um Verbesserungen im Klinikalltag voranzubringen.
- Zertifizierungen: Kliniken in Deutschland wenden sehr unterschiedliche Zertifizierungsverfahren an, die auch unterschiedliche Prüfinhalte haben, bevor eine Zertifizierung an eine Klinik erteilt wird. Es gibt also kein einheitliches Qualitätssiegel. Zertifizierungsverfahren stellen im Allgemeinen Strukturen und Leistungsprozesse auf den Prüfstand. Externe Zertifizierungen nach Qualitätskriterien und Standards sind insbesondere nationale Gütesiegel wie KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen), europäische wie EN ISO 9001:2000 und EFQM (European Foundation for Quality Management) oder internationale Gütesiegel wie JCI (Joint Commission International). Darüber hinaus bewerten in Deutschland vor allem die ärztlichen Fachgesellschaften die Qualität der Behandlung einzelner Erkrankungen, beispielsweise die Deutsche Krebsgesellschaft mit dem Qualitätssiegel „OnkoZert“. Weitere Informationen
- Qualitätsportale: In der jüngsten Zeit sind in Deutschland eine nur noch schwer zu überschauende Vielfalt von Qualitätsportalen, die im Internet verfügbar sind, entstanden. Diese Internet-Portale sollen Patientinnen und Patienten helfen, bei bestimmten Erkrankungen die jeweils geeignete Klinik zu finden. Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit: www.krankenhaus.de oder www.weisse-liste.de oder www.aok-gesundheitsnavi.de oder www.tk-online/tk/klinikfuehrer oder www.bkk-klinikfinder.de. Die Entwicklung von Qualitätsportalen und die öffentliche Verfügbarkeit von medizinischen Informationen können nur begrüßt werden.



